Mittwoch, 18. Februar 2015

Seife selbst gemacht - mit Rückschlägen


Schon seit sehr langer Zeit würde ich gerne mal Seife selbst machen. So richtig schöne Stückseife, das war mein Traum. Ich habe schon viel darüber gelesen und auch mir vor langem ein Buch gekauft. Doch irgendwie habe ich es nie geschafft... keine Zeit, zu viele Dinge, die ich dafür kaufen/besorgen müsste und der Umgang mit Chemikalien liegt mir auch nicht so. Deshalb habe ich das auf die lange Bank geschoben, aber den Wunsch nie vergessen.

Letzten Sommer überlegte ich, was wir unserer (recht großen) Familie zu Weihnachen schenken wollen und da kam ich wieder auf die Seife. Bei meinem Freund musste ich etwas Überzeugungsarbeit leisten, aber irgendwann fand er, es wäre einen Versuch wert. So wurde die Idee konkreter und konkreter, bis wir letztendlich es gewagt haben: Wir haben Seife gesiedet!

Wie geht Seife sieden überhaupt?
Öl und Lauge ergibt Seife. Soweit wusste ich das, aber wie genau muss man da vorgehen? Ich habe das Buch "Naturseife, das reine Vergnügen: Die Herstellung feiner Pflanzenseifen in der eigenen Küche" von Claudia Kasper (mehrmals) gelesen und kann es euch sehr emfehlen. Ich habe mich komplett daran gehalten und fand die Infos wirklich gut. Es wird alles Schritt für Schritt erklärt, vom Lauge herstellen über das Sieden an sich und natürlich sind auch ganz viele Rezepte dabei. Auf die genauen Details will ich hier gar nicht eingehen, ich denke wirklich, wenn man mit Chemikalien arbeitet sollte man sich eine solide (Wissens-)Grundlage schaffen, beispielsweise durch so ein Buch - und nein, dafür bekomme ich nix, das ich euch das empfehle ;-)

Die Planung
Was für Seife wollen wir eigentlich machen? Was müssen wir dafür noch alles besorgen? Viele Dinge gab es zu entscheiden und organisieren. Recht einfach gehalten sollte die Seife sein. Und ich wollte so wenig wie möglich dafür neu kaufen. So der Plan.
Nach längerem Überlegen und Rezepte vergleichen, entschied ich mich für eine einfache Lavendelseife aus meinem Buch, wenige Zutaten brauch man dazu und Lavendel habe ich im Garten, den wollte ich verwenden. So weit, so gut.

Die Utensilien zum Seife sieden
Ich hatte Glück, in unserem Keller konnte ich sowohl noch einen alten großen Topf von meiner Oma finden als auch einen Plastikkochlöffel von meiner Mutter. Einen alten Pürierstab und eine Plastikrührschüssel hatte ich noch aus der Zeit, als mein Freund und ich zwei getrennte Haushalte hatten. Ein (Infrarot?-)Thermometer konnte ich mir von meinem Vater ausleihen. Perfekt. Kaufen musste ich nur die Zutaten an sich (Öle, NaOH, ätherisches Öl), Schutzhandschuhe (Brille hatte ich auch noch aus Studienzeiten) und ein Plastiksieb. Das war etwas ärgerlich, denn das Sieb hätte ich eigentlich nicht wirklich gebraucht. Aber egal, Sicherheit geht vor, damit ich keine NaOH-Stückchen in der Seife habe.


Los gehts - Erster Versuch
Gleich vorweg, unser erster Versuch ist nichts geworden. Wir haben alles (eigentlich) nach Plan gemacht: das NaOH grammgenau abgewogen, Lauge angerührt, abkühlen lassen, in den genau abgwogenen Ölen verrührt, in die Form gefüllt (wir haben eine mit Plastiktüten ausgelegte Kuchenform genommen und noch einen Plastikaufbewahrungsbehälter), die Seife langsam auskühlen lassen... und als ich sie dann in Stücke schneiden wollte haben wir bemerkt, das was nicht stimmt. Die Seife war ganz splittrig und ließ sich gar nicht schneiden. Mist! Mittlerweile sind wir uns sehr sicher, dass der Fehler beim Abwiegen des NaOH passiert sein muss, wie auch immer. Ich habe mich so geärgert, aber nun war nichts mehr zu retten.

Der zweite Versuch
Mein Freund und ich, wir waren beide sehr frustriert. Wir hatten uns solche Mühe gegeben und Zeit und Geld investiert und nun mussten wir alles wegwerfen. Traurig. Da wir nun aber immernoch kein Weihnachtsgeschenk hatten und ich mir sehr sicher war, wo unser Fehler lag, haben wir es dann zwei Wochen später doch nochmal probiert. Und dieses Mal hats geklappt!


So sieht sie aus :-) Wir benutzen also nun unsere selbst gesiedete Lavendelseife und auch unsere Verwandschaft wurde an Weihnachten damit versorgt. Bis jetzt haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen und wir sind auch sehr zufrieden. Jedes Mal beim Hände waschen freue ich mich. Ich bin sehr glücklich, dass wir es doch gewagt haben, es hat sich geloht!



Habt ihr schonmal Seife selbst gemacht? Wie sind eure Erfahrungen auf diesem Gebiet?

Kommentare:

  1. Das Buch ist perfekt dafür geeignet, weil es u. a. auch auf die Öle etc. eingeht. Denn je nach Öl ändert sich die Laugenmenge. Selbst hatte ich auf ätherische Öle immer verzichtet: synthetische Öle können Allergien bereiten, naturreine sind zu teuer. Zudem braucht eine Seife zum gut Riechen einen Haftstoff, damit die Duftmoleküle sich nicht verflüchtigen. Letztlich ist das Riechen für die Funktion der Seife unwichtig. So meine Erfahrung zum Seifensieden.

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    1. Hallo,
      ja, das Buch ist wirklich gut!
      Ich persönlich bin ja auch nicht so der Geruchs-Mensch, das ist mir relativ egal, mein Freund zum Beispiel ist da ganz anders. Ich hatte für meine Seife die Menge an ätherischem Öl reduziert und natürliches von Primavera genommen. Klar, das ist nicht ganz billig, aber trotzdem würde ich es bei Seife zum Verschenken wieder so machen :-)
      Viele liebe Grüße,
      Marlia

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