Donnerstag, 9. Oktober 2014

Das leidige Thema: Plastik (1)

Schon seit längerem lese ich im Internet viel über Plastikverzicht, Konsumreduzierung und ähnliches. Spätestens seit dem Film "Plasic Planet" ist mir klar: Wir müssen was ändern! Weniger Plastik! Am Besten gar keines... Am Anfang dachte ich immer: Naja, so viel Plastik verwende ich bzw. meine Familie im Vergleich gar nicht... aber wenn man mal mit offenen Augen durch seine Wohnung geht, fallen einem doch SEHR viele unnötige Plastik-Teile auf.

Reduzieren - in kleinen Schritten
Seit einiger Zeit versuche ich diese Stück für Stück zu reduzieren, aber kaum hat man eine Baustelle abgeschlossen, tut sich die nächste auf, an die man vorher noch gar nicht gedacht hat. Blöd. Aber auch gut, immer wieder bekommt man neue Erkenntnisse. Ich möchte euch hier mal einen Einblick in die Ist-Situation geben bzw. zeigen, was ich schon verändert habe. Mein Weg. Meine Präferenzen. Ein stetiger Prozess und das Ende ist nochlange nicht in Sicht.


Zuerst wollte ich nur einen Post schreiben, aber ich merke doch, dass dieses Thema für mich sehr umfangreich ist. So habe ich mir überlegt, es werden mehrere Teile... Wieviele weiß ich nicht. Es ist eben ein langer Prozess... Die Küche ist unsere größte Baustelle, aber was ist mit Hygieneartikeln im Bad? Kinderspielzeug? Zuerst aber ein bisschen zur Theorie, bevor ich euch von meinen praktischen Erfahrungen berichte.

Plastikfreie Alternativen
Viele Plastiksachen sind ja tagtäglich hier im Gebrauch und erfüllen einen gewissen Zweck, deshalb mussten und müssen für mich plastikfreie Alternativen her. Da ich ungern alles neu kaufen wollte (manchmal habe ich das dann aber "gewungenermaßen" doch gemacht...), habe ich viel auf Flohmärken gestöbert, aber auch einfach improvisiert und Dinge zweckentfremdet. Beispielsweise kann man Lebensmittel auch gut in (Alt)Glas und Papier einfrieren, dafür braucht man keine Plastikpötte oder gar Tüten (danke Maria für den Tip). Oder man hebt kleinere Reste vom Mittagessen in Töpfen oder größeren (Alt)Gläsern auf, anstatt sie in Plastikpötte umzufüllen. Oder, oder, oder... Da spielt auch häufig das Selbermachen eine Rolle. Gemüse braucht keine Verpackung beim Einkaufen, während fertig gekochte Gemüsesuppe oder -pfanne eine Dose oder TK-Plastiktüte braucht. Nur kleine Beispiele, aber ich denke ihr versteht, was ich meine.

Ist das wirklich besser?
Während ich im Internet recherchiert habe, ist mir aber auch klar geworden, dass  auch Plastikalternativen nicht immer gut für die Umwelt sind, zum Beispiel Alufolie statt Plastikfolie. Die Produktion von Aluminium ist extrem aufwenig und schädlich. Das will ich nun auch nicht.
Es gibt und gab für mich so vieles zu beachten und immerwieder findet man neue Tips oder kommt auf andere Ideen, wie man Dinge ersetzen kann. Man lernt nie aus!

Plastik einfach entsorgen?
Plastik einfach in den Müll zu geben macht keinen Sinn, wie ich finde. Es kann in der Natur nur extrem schwer bzw. fast gar nicht zersetzt werden. Das heißt alles Plastik, das bis jetzt produziert wurde, ist noch da. Nichts ist wirklich weg. Das muss man sich mal vorstellen! Unglaublich...
Wegwerfen, obwohl es noch in Ordnung ist, scheidet für mich also als Option aus. Punkt. Ich versuche Dinge möglichst lange zu nutzen, warum sollte ich hier eine Ausnahme machen, besonders wenn der Müll nicht verrottet oder zerfällt? Das macht keinen Sinn.

Weitergeben - ja oder nein?
Lange habe ich überlegt, ob ich meine gebrauchten Plastiksachen verschenke bzw. verkaufe. Das ist zwar für mich einfach, aber dann hat der Beschenkte bzw. Käufer den Müll mit den Schadstoffen, damit tut man demjenigen ja nichts Gutes. Letztendlich habe ich mich aber dafür entschieden und zwar unter folgendem Aspekt: Derjenige hätte sich warscheinlich ein ähnliches/gleiches Produkt neu gekauft, wenn er es nicht (von mir) gebraucht bekommen hätte und das wäre dann ja doppelt schlecht. Nicht ideal dieser Weg, aber für mich das Beste so. Was also noch in Ordnung war und jemand anderes gebrauchen konnte, habe ich weggegeben bzw. ich bin dabei. Wie gesagt, ein Prozess ist das alles, ich wiederhole mich.

Irgendwo tauchen immer Tüten auf
Ich habe mich aber auch damit beschäftigt, was ich mit den nicht mehr benötigten Sachen machen sollte. Was niemand anderes haben möchte. Darunter fallen zum Beispiel Plastiktüten. Obwohl ich im Geschäft seit Jahren keine mehr mitnehme, gibt es doch erschreckend viele hier in meinem Haushalt. Andere bringen was zum Essen mit, die Tüte bleibt hier. Man bekommt was Ausgeliehenes zurück, in einer Tüte. Keine Ahnung wie das immer passiert, auf jeden Fall tauchen immerwieder neue auf. Zweckentfremden und weiterverwenden bis es gar nicht mehr geht, heißt für mich die Devise. Im Keller beispielsweise brauche ich öfter mal eine wasserdichte Verpackung. Was auch auf meiner to do-Liste steht ist das Tüten einschmelzen, wie man es bei Frau Liebe sehen kann. Oder einfach als Mülltüte weiterverwenden. Es gibt viele Wege.

Meine vier "Regeln"
Ich habe mir ein paar "Regeln" zur Umstellung auf plastikfreie Dinge festgesetzt, so wie es für mich am Besten ist, worauf ich achten will. Etwas Struktur in den Berg gebracht, der mich zu erschlagen drohte. Wo liegen meine Präferenzen? Alles auf einmal geht nicht, das war mir schnell klar. Dashalb habe ich überlegt, was am Wichtigsten für mich ist.

1. Plastik will ich zuerst an den Stellen reduzieren, an denen es mit Nahrung in Kontakt kommt und man so die (warscheinlich) größte Menge an Schadstoffe aufnimmt

2. Ich möchte versuchen "sinnloses" Plastik zu vermeiden, wo es nur geht. Warum sollten Tomaten doppelt und dreifach in Plastik eingepackt sein?

3. Ich möchte nicht alles an Plastik wegwerfen, sondern weitergeben oder an "weniger gefährlichen" Stellen wiederverwenden

4. Alle Neuanschaffungen sollten möglichst plastikfrei sein

Nunja, soviel zur Theorie. In der Praxis stößt man doch dann häufiger auf Grenzen, oder zumindest erscheint es einem so. Und mir ist in den letzten Monaten klar geworden: es ist ein Prozess und am Anfang ist nicht alles perfekt. Zumindest bei mir nicht. Über meinen Weg in Richtung plastikfrei will ich euch ein wenig berichten... im nächsten Teil...


Wie viel Plastik gibt es so bei euch? Was habt ihr umgestellt und wie? Wie steht ihr zu plastikfrei?

Kommentare:

  1. Hey, hallo!
    Ich bin per Zufall bei dir vorbeigestolpert und dann gleich an diesem Post hängen geblieben. Ich find's so toll, dass sich immer mehr Menschen Gedanken zu diesem Thema machen und aktiv werden. Werner Boote hat mit seinem Film echt so unglaublich viel bewegt!
    Ich beschäftige mich jetzt schon ein paar Jahre mit diesem Thema und bin immer noch auf dem Weg, immer noch mitten im Prozess und noch lange nicht da angekommen wo ich gerne hinmöchte. Die Umstellung geht nur Schritt für Schritt wenn sie dauerhaft sein soll.
    Daher wünsch ich dir von Herzen alles Gute und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg!
    LG Zora

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    1. Hallo Zora,
      Danke für deinen lieben Kommentar :-)
      Ja, ich finds auch super, dass man immer mehr davon liest, dass sich mehr Leute Gedanken machen, das inspiriert und man entdeckt immer wieder neue Ansätze.
      Auch dein Blog ist dabei ein schöner Fundus an Ideen... Da lese ich immer supergerne mit <3 Danke dafür!
      Viele liebe Grüße,
      Marlia

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